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#IchBinArmutsbetroffen - Politik muss sozial benachteiligten Menschen endlich Teilhabe ermöglichen

Auf Antrag der LINKEN findet heute eine Landtagsdebatte zum Thema Armut im reichen Hessen und zur Lage der von Armut betroffenen Menschen statt. Dazu erklärt Christiane Böhm, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Das Perfide an Armut in unserem reichen Land ist der gesellschaftliche Blick, der die Schuld den armen Menschen selbst zuweist. Damit wird nicht nur die materielle Existenzgrundlage, sondern auch die Würde angegriffen. Umso mutiger und wichtiger ist es, dass aktuell zehntausende Menschen unter #IchBinArmutsbetroffen aus ihrem Alltag berichten und die falsche Scham überwinden. Armut, die Millionen Menschen betrifft, ist kein individuelles, sondern ein politisches Versagen. Keine Verteilungsgerechtigkeit, ein riesiger Niedriglohnsektor, Sozialleistungen unter dem Existenzniveau, mangelnder sozialer Wohnraum sind das Ergebnis einer falschen Politik der vergangenen Jahrzehnte. Statt Menschen eine menschenwürdige Existenzgrundlage zu geben, gibt es ein 100-Milliarden-Aufrüstungsprogramm.“

Die Landesregierung müsse endlich entschiedene Schritte gegen Armut unternehmen, so Böhm.

„Statt schlecht finanzierte und befristete Modellprojekten braucht es eine flächendeckende Politik, die Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe für alle Menschen in Hessen ermöglicht. Statt Tafeln zu bezuschussen, braucht es eine Politik, die Tafeln überflüssig macht. Statt das Versagen des Marktes schulterzuckend zu akzeptieren, bräuchte es eine Landesregierung, die die öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und ausbaut. Auf diese sind insbesondere sozial benachteiligte Menschen angewiesen.

An Geld hat es in diesem Land nie gemangelt - leider jedoch am politischen Willen, tatsächlich etwas gegen Armut und Ausgrenzung zu unternehmen.“