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Der Fachkräftemangel ist da, der Ganztagsanspruch kommt – aber wann handelt Schwarzgrün?

Anlässlich des heutigen Tags der Kinderbetreuung erklärt Christiane Böhm, familienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„Der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern ist in Hessen längst traurige Realität. Zu Recht beklagen sich Eltern über eingeschränkte Betreuung und verkürzte Öffnungszeiten. Und zu Recht streiken aktuell zehntausende Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen der Tarifauseinandersetzung der Sozial- und Erziehungsdienste, weil sich die kommunalen Arbeitgeber nicht vom Fleck bewegen. Dabei ist doch längst klar: Eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Betreuung gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. Wenn sich hier nichts Entscheidendes ändert, werden wir den Fachkräftemangel auch nicht in den Griff bekommen. Sozialminister Kai Klose (Grüne) schweigt sich zu diesem Thema aus und reduzierte zu Jahresbeginn die Finanzierung von Stellen in der praxisintegrierten Ausbildung. So scheitert jeder Anspruch auf frühkindliche Bildung in Hessen.“

Gleichzeitig werde mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen ab 2025 die Fachkräftesituation weiter herausgefordert.

Elisabeth Kula, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag, warnt vor einem Unterlaufen des Fachkräftegebots in den Grundschulen:

„Hessen glaubt, den Ganztagsanspruch ab 2025 ohne Bildungsgarantie und als reine Betreuung im Rahmen ihres „Pakts für den Nachmittag“ umsetzen zu können. Dieser ist aber ein Ganztag auf Sparflamme ohne Qualitätsstandards. Auch Grundschulkinder im Ganztag haben ein Recht auf qualifizierte Begleitung und Unterstützung. Der Ganztag ist nur dann sinnvoll, wenn altersgerechte Bildung und Betreuung Hand in Hand gehen. Statt die Augen davor zu verschließen, braucht es umfangreiche Anstrengungen, um dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen.

Image- und Werbekampagnen werden nicht genügen, wenn sich an Löhnen und Arbeitsbedingungen nichts ändert.“