Zum Hauptinhalt springen

Neuerlicher Femizid in Hessen – Frauen brauchen effektiven Schutz

Anlässlich der Berichterstattung, wonach der mutmaßliche Mord an einer Frau in Schwalmstadt eine Beziehungstat war, erklärt Christiane Böhm, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:


„Es liegt auf der Hand: Die Frau trennte sich von dem Mann. Dieser konnte es nicht akzeptieren, brachte sie und anschließend sich selbst um. Die Frau wurde erschossen, weil sie eine Frau ist und weil sie die Beziehung nicht mehr weiter fortführen wollte.

Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen und der Familie der Frau. Meine Trauer gilt der Offensichtlichkeit, dass in Hessen schon wieder ein Femizid geschehen ist. Dieser muss nicht nur so benannt werden, sondern auch zu Konsequenzen für den Schutz von Frauen vor patriarchaler Gewalt führen.“

Bei der Behandlung der Großen Anfrage der LINKEN zur Istanbul-Konvention sei deutlich geworden, dass die Hessische Polizei die wissenschaftlichen Einschätzungstools anderer Bundesländer nicht nutzen will, um festzustellen, welche Frauen von Tod oder von schweren Verletzungen bedroht sind.

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) müsse sich fragen lassen, ob die hessische polizeiliche ‚Bewertungshilfe Beziehungsgewalt‘ für Ersteinschreitende im Wach- und Wechseldienst ausreiche, so Böhm.

„Es muss in allen Polizeidienststellen Verantwortliche für Prävention vor häuslicher Gewalt sowie Gewalt gegen Frauen und Mädchen geben. Damit kann zwar nicht jeder Femizid verhindert werden, allerdings können Frauen besser bei der Entstehung häuslicher Gewalt unterstützt werden - gerade durch den Kontakt, der mit Frauenschutzeinrichtungen geschaffen wird.

Die Koordinierungsstelle des Landes zur Umsetzung der Istanbul-Konvention, die gerade personell besetzt wird, wird auch bei der Prävention viel Arbeit haben. Es wurde Zeit, dass sich die Landesregierung auf den deutlichen Druck der Opposition dazu durchgerungen hat. Links wirkt!“