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Kitas: Aushöhlung des Fachkräftegebots ist ein massiver Fehler

Anlässlich der heutigen dritten Gesetzeslesung zur Verbesserung der Personalsituation in den hessischen Kindertagesstätten erklärt Christiane Böhm, sozial- und familienpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:

„DIE LINKE begrüßt, dass die hessischen Kitas mit Bundes- und umgewidmeten kommunalen Mitteln mehr Geld erhalten werden. Es ist jedoch ein massiver Fehler der schwarzgrünen Koalition, dass ihr als Antwort auf den Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern vor allem eine Dequalifizierung und die Zulassung fachfremden Personals einfällt. DIE LINKE hat mit einem eigenen Gesetzentwurf für die Einführung einer fachgerechten Praxisanleitung einen anderen Weg aufgezeigt: Bessere Arbeitsbedingungen, ein fachkundiger Wissenstransfer im Alltag, Aufstiegschancen für die Beschäftigten in den Kitas – nur so können wir Fachkräfte gewinnen und vor allem in den Kitas halten.“

Böhm verweist darauf, dass nach einer Studie des Forschungsinstituts ‚WiFF‘ von 2018 jede vierte ausgebildete Fachkraft in den ersten fünf Jahren das Berufsfeld Kita wieder verlasse.

„Das Problem ist: Viele junge Menschen sind aufgrund der hohen Arbeitsbelastungen und der oft geringen gesellschaftlichen Anerkennung schnell ernüchtert und hängen ihren Wunschberuf Erzieherin/Erzieher wieder an den Nagel. Diesem Problem wird der Gesetzentwurf von Schwarzgrün überhaupt nicht gerecht. Wer komplett fachfremdes Personal mit gerade einmal 160 Stunden berufsbegleitender Qualifizierung den Menschen mit einer vollen dreijährigen Ausbildung gleichstellt, wird weitere Fachkräfte aus dem Beruf treiben. Am meisten leiden Kinder unter diesem falschen politischen Ansatz, deren Entwicklungschancen gehemmt werden. Leider schafft es Schwarzgrün - trotz zusätzlicher Millionen Euro - die Situation in den Kitas so weiter zuzuspitzen.“