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Keine Räumung des Hüttendorfs im Hambacher Forst

Im nordwestfälischen Kreis Düren sollen in Kürze über 100 Hektar Wald abgeholzt werden. Grund ist der Braunkohleabbau in dieser Region, den der Energiekonzerns RWE betreibt. Umweltschützer kritisieren das Vorhaben schon seit Jahren. Viele Aktivisten haben den betreffenden Waldabschnitt besetzt und in selbst-errichteten Baumhäusern gelebt. Vor kurzem ist aber die Polizei gegen sie vorgegangen, weil das Gebiet geräumt werden soll.

Im nordwestfälischen Kreis Düren sollen in Kürze über 100 Hektar Wald abgeholzt werden. Grund ist der Braunkohleabbau in dieser Region, den der Energiekonzerns RWE betreibt. Umweltschützer kritisieren das Vorhaben schon seit Jahren. Viele Aktivisten haben den betreffenden Waldabschnitt besetzt und in selbst-errichteten Baumhäusern gelebt. Vor kurzem ist aber die Polizei gegen sie vorgegangen, weil das Gebiet geräumt werden soll. Der BUND war vor Gericht mit seinem Anliegen gescheitert, dass im Zuge der Räumung keine Bäume gefällt werden sollten. Das Oberverwaltungsgericht in Münster (OVG) hat darüber hinaus einen etwaigen Stopp der Räumung bis zur Entscheidung eines Eilantrags eines Baumbesetzers abgelehnt. "Es muss jetzt geräumt werden, weil eine unfriedliche Versammlung dort stattfindet“, so die Begründung des OVG.

„Wir haben eine ähnliche Erfahrung machen müssen hier im Kreis Groß-Gerau“, sagt Volker Arndt, Geschäftsführer der Kreistagsfraktion DIE LINKE.Offene Liste. „Tausende haben in den 1970ern gegen die Waldabholzung wegen des Baus der Startbahn 18 West demonstriert“, schildert Arndt. Ein riesiges Waldareal, Biotop für viele Tierarten, sei seitdem für immer verloren gegangen. Und das sei nicht das einzige Umweltärgernis im Rhein-Main-Gebiet. Er verweist auf die Rodungen am Langener Waldsee und die geplanten im Treburer Oberwald, wo für den Bau eines Autobahnzubringers zum Terminal 3 des Flughafens ebenfalls Bäume gefällt werden sollen. Auch hier haben, wie im Hambacher Forst, Aktivisten Baumhäuser errichtet, um sich für den Erhalt des Lebensraumes Wald einzusetzen. „Für uns ist es wichtig, dass die Besetzung in beiden Fällen weitergeht“, erklärt Christiane Böhm, Fraktionsvorsitzende der LINKEN.Offenen Liste und Direktkandidatin der LINKEN für die Landtagswahl in Hessen. „Den Protest gegen die Zerstörung der Natur halten wir für bedeutsam, weil wir den nachfolgenden Generationen kein kaputtes Ökosystem hinterlassen wollen“, sagt Böhm. Angesichts des voranschreitenden Klimawandels könne man sich den Auswirkungen der Waldvernichtung nicht verschließen.

“Keinesfalls können wir ein rein auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtetes Gesellschaftssystem, das eine ökologische Nachhaltigkeit unberücksichtigt lässt, für gut heißen“, meint auch Kreistagsabgeordneter Christian Greb von der Piratenpartei, ebenfalls Mitglied in der Fraktion DIE LINKE.Offene Liste. Die in den letzten Tagen geräumten Baumhäuser seien über einen langen Zeitraum, teilweise fünf Jahre lang, das Zuhause der Aktivisten gewesen. Die CO2-Emission durch die Braunkohlenutzung werde vermutlich dazu führen, dass unser Klima irreversibel zerstört werden wird.

„Das Vorgehen der Polizei im Hambacher Forst gegen das dortige Baumhüttendorf, damit demnächst die Kettensägen den Bäumen auf den Leib rücken können, bedrückt uns“, gibt Volker Arndt noch zu Bedenken. „Wir sollten hierbei auch die Tiere nicht aus den Augen verlieren, für die der Wald ihre Heimat ist!“ Die Mitglieder der LINKEN.Offenen Liste solidarisieren sich mit den Baumbesetzern, sowohl mit jenen im Hambacher Forst als auch mit den Protestlern im Treburer Oberwald.