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In Hessen ist noch viel für eine moderne gewaltfreie Psychiatrie zu tun

Zum Abschlussbericht von Dr. Hans-Joachim Kirschenbauer zur Akutpsychiatrie des Klinikums Frankfurt-Höchst:

 

"Der Bericht des seitens des Klinikums beauftragten externen Beraters Dr. Hans-Joachim Kirschenbauer zeigt den hohen Veränderungsbedarf nicht nur in der Höchster Klinik, sondern auch in der Psychiatrie in Hessen generell auf. Interessant und begrüßenswert ist die Bedeutung der Themen Zusammenarbeit mit Angehörigen und mit der Selbsthilfe sowie Psychiatrieerfahrenen, aber auch die Öffnung der Klinik im Hinblick auf Diversität und die Umsetzung der S3-Leitlinie ‚Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens und Verhinderung von Zwang‘. Als Problematisch sehe ich allerdings die relativ langen Zeitläufe an. Wenn erst 2022 von einer ausreichenden, 2023 von einer befriedigenden und 2025 von einer guten Qualität gesprochen werden kann, zeigt dies einerseits wie lang der Weg ist, andererseits bedeutet es für alle Patientinnen und Patienten, aber auch die Beschäftigten, dass sie sich innerhalb dieses Zeitraums mit nicht zufriedenstellenden Kompromissen arrangieren müssen."

Dies müsse allerdings auf der Ebene der Klinik geklärt werden, so Böhm. Wichtig für die Landespolitik seien die darüber hinaus gehenden Empfehlungen, die zwar zurückhaltend, aber klaren Veränderungsbedarf in der Politik der Landesregierung fordern.  Dr. Kirschenbauer verdeutliche, dass das Land Hessen Sorge dafür trage, dass für eine gute psychiatrische Patientenversorgung landesweite Standards vereinbart werden.

"Spätestens nach Beendigung der Corona-Krise kommt es darauf an, dass klare Ansagen von Seiten des Landes gemacht werden, um Zwangsmaßnahmen deutlich zu reduzieren. Dazu muss erst einmal offen über die Anzahl und Dauer der Maßnahmen, die nach dem Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz erfasst werden, informiert und beraten werden. Hier hat die Landesregierung eine deutliche Bringschuld. Dann sollte - wie etwa in Dänemark - ein Plan aufgestellt werden, wie Hessen zu einer Reduktion von Zwangsmaßnahmen und einer guten Psychiatrie kommen kann. Dafür ist u.a. eine andere Ausstattung und eine andere Ausrichtung im Ministerium erforderlich, als bisher durch die Fachaufsicht an den Tag gelegt wurde. Wesentliche Aufgabe der Landesregierung ist es, für genügend finanzielle Mittel zu sorgen, die die bauliche Gestaltung der Psychiatrie und ein gutes ambulantes Krisensystem möglich machen."

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  1. Abschlussbericht zum Download