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Ambulant vor stationär bei der psychischen Gesundheit in den Mittelpunkt stellen

Anlässlich des Welttags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober erklärt Christiane Böhm, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag:


„Etwa jeder dritte Mensch erlebt im Laufe seines Lebens psychische Leiden. Dennoch ist der Umgang damit weiterhin stark tabuisiert, viele Betroffene fühlen sich alleingelassen und finden keinen Zugang zu angemessenen Therapiemöglichkeiten – auch in Hessen. In der Folge drohen Chronifizierungen, die mit immer höheren individuellen und strukturellen Kosten verbunden sind. Die Folge sind familiäre, berufliche und gesellschaftliche Konflikte. Dies muss aus Sicht aller Beteiligten dringend verhindert werden.“


Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion bei der Überarbeitung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes in Hessen brauche es barrierearme Unterstützungsstrukturen, um die psychische Gesundheit von möglichst vielen Menschen umfassend wiederherzustellen, so Böhm.

„Wir brauchen Anlaufstellen, die wirklich 24 Stunden und jeden Tag hilfreich sind. Wir brauchen aufsuchende Krisendienste, die Menschen im eigenen Wohnumfeld unterstützen und flächendeckend Krisenpensionen für Menschen, denen sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fällt. Die nun vorliegende Gesetzesnovelle wird diesem Anspruch nicht annähernd gerecht. Stattdessen werden weiter Jahr für Jahr hunderte Menschen in überlaufende Kliniken eingewiesen werden, die dort nicht immer die passenden therapeutischen Angebote finden. Drehtüreffekte mit Entlassungen und Wiedereinweisungen werden weiter an der Tagesordnung sein. Dies geht zulasten der Menschen mit seelischen Einschränkungen und des überlasteten Personals in den Kliniken. Eine moderne psychiatrische Unterstützung kann so nicht gelingen.“